Meine "100 geilsten Stories to tell"

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Da es ja ziemlich sexy ist, seine eigene ganz persönliche Persönlichkeit mit einzubringen (egal was man macht, so finde ich) bastle ich in meinen Trainings – zum jeweiligen Thema selbstverständlich – meine Geschichten ein. Und es gibt viele. Unzählige, nahezu. Alle extrem langweilig, klare Sache. Schließlich ist das ja mein Plan. Unmengen Kohle für ein Seminar zu kassieren um dann schöne, friedliche, schlummernde Teilnehmer betrachten zu können. Als Stalkerin nahezu ekstatisch. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zum Thema: „Emotionales Verkaufen“ führe ich meine Prinzen und Prinzessinnen von Punkt eins: „you never have a second possibility for a first impression“ zu „Nur mehr DU sollst mir meine Wünsche erfüllen!“ Und das ist eben ein Weg. Manchmal ein steiniger, so wie jener:

Australien. „Cape Tribulation“ Das ist da, wo man mit Warnschilder wie „Achtung Krokodile!“ oder „Next Supermarket 800 miles“ oder „Brücke kann nur in der Zeit von Februar-April überquert werden“ (und es IST Februar) bespaßt wird. Das ist da, wo Crokodil Dundee seine Krokodile fängt und das ist da, wo die giftigsten Schlangen auf der ganzen Welt freudig-erregt darauf warten, dass sie dich endlich knacken können.

Wir entschieden uns, in einer „Pferde-Ranch“ zu nächtigen. Geile Location. Mitten im Dschungel. Viele schöne große Pferde. Saftig, alles. Laut (so diese klassischen mystischen Geräusche, die man nicht zuordnen kann und die garantiert nicht von Maschinen oder anderem zivilisiertem Zeug daher kommen) Ein uralter Rancher. Sicher schon gute 80 Jahre oder darüber. Knackiger Kerl, keine Frage. Große Zimmer, Kolonial-Stil. Klasses Futter von seiner „Mutti“. Überall hängen Trophäen und das Bier schmeckt schlicht ... göttlich!

Wir nahmen sein Angebot an, mit ihm und seinen Pferden (also AUF den Pferden) eine „Dschungel-Wanderung“ zu machen. Man könne da von einem türkisen Steinbecken-Pool (das Wasser ist dort von den Eukalyptus-Blättern grün/blau gefärbt) zum nächsten rutschen – ein Vergnügen, dass sich der liebe Gott da hat einfallen lassen. Alles ganz easy. Überhaupt kein Problem, locker zu machen. Einzigartig! Das MÜSSEN wir tun. So sei es.

Irgendwann VOR Sonnenaufgang stand ich also vor meinem Pferd und musste auf dieses Riesenteil irgendwie rauf. (klar „ritt“ ich schon mal. Aber wann das letzte Mal auf einem Pferd und wie ging das nochmals mit den Steigbügeln? Wo hievt man sein Bein dann auf die andere Seite?) How ever. Ich saß oben. Ich saß gut. Ich mochte mein Pferd. (ganz sicher ein Lippizaner oder was Ähnliches. Schwarz. Groß. Staatlich. Stark. MEIN PFERD. Sein Name: George) Ich fühlte mich gut. Der Opa vor uns führte uns gleichmal mitten in den Dschungel. Ohne große sanfte Einweisung, ohne große Erklärungen dafür mit einem großen Messer in der Hüfte. Der Weg führte stetig bergauf . Er plapperte durch und erklärte uns die verschiedensten Sträucher, Bäume, Pflanzen... wies uns auf bunte Vögel, Drachen und Meerschweinchen hin. Irgendwann mal mussten wir absteigen, weil ab jetzt geht’s „zu Fuß weiter“. Er schnallte die geilen Hengste an, checkte unser Befinden, gab uns Wasser und fragte ob wir eh „schwindelfrei“ seien. Jaja klar! Überhaupt kein Problem! Sicher! Das geht schon! („Wo der alte Opi hinkommt, bin ich schon lange dort!“ dachte ich bei mir, charmant lächelnd.)

 Nunja. Ab dann begann der „Aufstieg“ und zwar an einem relativ steilen Felsen. Schon schräg angelegt, also nix „Free-climing“ Nein, das nicht. Aber doch so, dass ich mir ziemlich rasch in die Hose machte. Symbolisch gesehen, selbstverständlich. Der alte Opi entpuppte sich als Gazelle und ich als ElefantIn (ab und zu sollte frau gendern, oder?) Irgendwie kam ich oben an. Ich betone „irgendwie“. How ever. Ich war oben. UNGLAUBLICH! Oben! Und was ich dann sah... war schlicht... ja, es war tatsächlich ATEMBERAUBEND! Grünes saftiges Land, soweit das Auge reicht.... und ganz ganz hinten, ganz ganz klein... lag das Korallen-Meer. Auch „Great Barrier Reef“ genannt. (also das, mit den endlos weißen Sandstränden, den geilsten Tauchgebieten weltweit & den nicht so sinnlichen „Jelly-Fisch“. Das ist der, wenn man ihn googelt, gleich das „giftig“ dazu serviert bekommt. Aber der kommt eh nur zu bestimmten Zeiten. Also kalkulierbar.)

Es war einfach nur ein „WOW!“ und ein „DANKE...“

Tja, wer oben ist, muss auch mal wieder runter. (muss man das eigentlich? Hm.) How ever.Ich musste da runter. „Von einem Pool zum nächsten im türkisen Süßwasser-Fluss“

Jauchzend und Quickend und Frohlockend da runter flutschen. Herrlich! Wunderbar! Unvergesslich! Ein saftiger Augenschmaus vom Feinsten. Ein sinnlicher Luxus der höchsten Form. Ein üppiges Geschenk des Himmels/Universums/göttlichem Ganzen... und ich mittendrin J

Unten angekommen musste man in ein Becken springen um zu den Pferden zu kommen.

Von einem Felsvorsprung. Ein sehr sehr sehr schmaler Felsvorsprung. Also mein Arsch schleifte schon an der Felsenwand. Wirklich schmal. Und seine Arme spreizte man links und rechts ab, um besseren Kontakt zur Mauer zu finden. Genau. Und dann muss man exakt in die Mitte des Pools springen, von ca... naja... gute 3 Meter. Mehr aber nicht. Der Ranger sprang, James sprang und dann kam ich dran. In jenem Moment, wo Du zum Sprung ansetzt und Du gedanklich schon am Ziel bist, blickte sie mich an. Die Taipan. Mitten im Becken. (das ist die aggressivste und giftigste Schlange in Australien... ev. auch weltweit. Ein LUDER! Die Taipan WARTET darauf, Dich zu knacken. Die mag das. Die fürchtet sich auch nicht vor Dir.) Genau. Ich oben zum Sprung - sie unten auf mich wartend. Geifernd.

Da war es dann da. Diese Kraft die mich Richtung Felswand presste. Meine Intuition, richtig zu handeln. Ruhe zu bewahren. Nicht auszuzucken. Dastehen und schauen. Atmen. Herzrasen. Atmen. Du bist mitten in der Situation. Du brauchst ewig bist Du realisierst, was da gerade abging. Während ich schon springen wollte, schrie der Ranger mir zu: „DON’T JUMP!!!“ – aber das war gefühlte Stunden später, als ich zum Sprung ansetzen wollte.

Das giftige Luder zog ab – nichts desto trotz bevorzugte ich den viel längeren „Landweg“.

Ich zitterte und war einfach nur dankbar, dass mich jemand zurück gehalten hat.

Meine Intuition.

Die Message dieser Geschichte:

Misstraue Deinen „ersten Eindruck“ (Ranger) aber traue Deiner Intuition! (Felswand)

PS: Das Bier schmeckte an diesen Abend ganz besonders gut.

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